Münzen sammeln – ein Hobby ohne Zukunft?

 2018-12-12 08:34:37


Ich kann mich gut an Zeiten erinnern, als ich als Kind oder später sogar als Teenager die Rückseite jeder Münze studierte, um sicherzustellen, ob ein Exemplar davon bereits Teil meiner Sammlung war. Die Entwicklungen, denen die Währungen heutzutage noch immer unterliegen, machen das Sammeln von Münzen in meinen Augen nach wie vor zu einem interessanten Hobby.

Als ich jedoch unlängst ein äußerst interessantes Event besuchte, das von Advantage Austria gesponsert wurde und Experten im bargeldlosen Zahlungsverkehr aus Dänemark und Schweden zu Wort kommen ließ, folgte ich den Präsentationen mit zunehmender Wehmut. Die Entwicklungen in den nördlichen Ländern lassen es fragwürdig erscheinen, ob das Sammeln von Münzen in Zukunft auch noch möglich sein wird.

Norwegen, Schweden und Dänemark sind die führenden Länder in Europa, wenn es um die Abschaffung von Bargeld und den Focus auf die Zusammenarbeit zwischen Banken und Dritt-Partei-Anbietern geht, die Synergien sicherstellen sollen, um den Kunden die bestmöglichen Resultate zu bieten. Konsumenten legen Wert auf Bequemlichkeit, Regierungen auf Effizienz und Unternehmen sind profitorientiert – die Herausforderung ist es, jeden einzelnen Betroffenen dieser rasanten Entwicklung im Zahlungsverkehr zufrieden zu stellen.

Internationaler Wettbewerb fordert lokale Banken heraus. Ohne jeden Zweifel müssen Banken ihr traditionelles Geschäftsmodell überdenken und sollten in solchen Dritt-Partei-Anbietern keine Bedrohung sehen, sondern besser eine Möglichkeit um eine neue Form der Bezahlung zu entwickeln. Dänemark, zum Beispiel, könnte hier als Vorbild gesehen werden. Ein innovatives Unternehmen mit dem Namen „Spiir“ ist eine erfolgreiche Verbindung zwischen Banken und Dritt-Partei-Anbietern. Es erleichtert es beiden Seiten zusammenzuarbeiten und Transaktionen zu vereinfachen.

Aber von Unternehmen, Banken und Dritt-Partei-Anbietern zurück zu uns. Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf jeden einzelnen von uns? Wie wird sich unser Leben verändern?

 

Haben Sie schon von „WeChat“ gehört? Diese Chinesische App kann als Äquivalent zum westlichen „WhatsApp“ gesehen werden. Nichtsdestotrotz zeigt sie Unterschiede und Weiterentwicklungen, wie z.B. eine zusätzliche Zahlungsfunktion, die es Konsumenten, Händlern und Organisationen, die „WeChat“ benutzen, erlaubt, sich zu verbinden und Geld zwischen den einzelnen Kontakten hin und her zu schicken. Die Benutzung dieser App erlaubt es ihnen mit ihren Mobiltelefonen jederzeit und an jedem Ort zu bezahlen ohne dass sie zusätzliche Karten oder Bargeld benötigen. Willkommen in der Welt der digitalen Brieftasche. Wenn Ihr Telefon fähig ist, alle möglichen Transaktionen in Supermärkten und anderen Geschäften durchzuführen, werden Ihre Taschen leichter. Das hört sich doch wundervoll an, oder? Es ist wahr, dass wir in der Mitte einer revolutionären Entwicklung sind. Diese Veränderung sollte uns jedoch nicht vergessen lassen, dass Sicherheit und persönliche Verbindungen auch in Zukunft wichtig sein werden und auch im Prozess der Digitalisierung nicht an Relevanz verlieren sollten.