Digitalisierung verändert das Gesundheitswesen in Bangladesh

 2018-10-15 14:57:08

Stichworte Digitalisierung tecScouts DE

Während meiner Reisen in diverse Entwicklungsländer einschließlich Indien und Bangladesh machte ich eine interessante Entdeckung: die meisten Familien besitzen ein Mobiltelefon – die  finanzielle Situation bleibt hierbei ohne wesentliche Bedeutung. Ich hatte die Möglichkeit Familien in einigen der ärmsten Gegenden in Pune und Mumbai, Indien und Sylhet, Bangaldesh zu besuchen. Es war bemerkenswert, dass in diesen Häusern, die dünne Dachpappe, Bambus oder dünne Platten aus Beton als Basis hatten, dass in eben diesen winzigen Häusern Telefone geladen wurden. Auch in Mumbai, wo ich die Möglichkeit hatte Dharavi, einen der größten Slums der Welt zu sehen, war eine ähnliche Situation vorzufinden. Während ich die engen Wege in Dharavi entlang ging, sah ich immer wieder Mobiltelefone oder ähnliche technische Geräte in den beengten Hütten.

Dharavi, einer der größten Slums der Welt. Nahezu eine Million Menschen wohnen hier.

 

Diesen Sommer hatte ich das Glück Teil eines freiwilligen globalen Gesundheitsprogramms, Elective Aid 2018, der Hilfsorganisation Selfless mit dem Hauptsitz in London sein zu dürfen. Gemeinsam mit 31 anderen Freiwilligen, darunter Studenten im Gesundheits- und Medizinwesen sowie ortsansässigen Ärzten bauten wir drei Gesundheitscamps in abgelegenen Dörfern in Bangaldesh auf und betreuten mehr als 3000 Patienten. Wir besuchten außerdem Spitäler, ein Zentrum für Behinderte und Rehabilitation und das Büro von Telenor Health in Bangladesh. Die Mission von Selfless ist es effektive, innovative und nachhaltige Lösungen für globale Gesundheitsthemen zu finden. Ich bin der festen Überzeugung, dass Innovation und Unternehmergeist sogar die drängendsten Herausforderungen unserer Generation lösen können.

 

Das Selfless Team beim Besuch des Telenor Tonic Büros in Bangaldesh.

 

Um einen Einblick in die Gesundheitsversorgung der Zukunft in Entwicklungsländern zu gewinnen besuchten wir Telenor Health in Dhaka, Bangladesh. Telenor, ein norwegisches multinationales Telekommunikationsunternehmen, hat das digitalisierte Gesundheitsservice Tonic in Bangaldesh eingeführt. Dieses Angebot kombiniert Gesundheitsversorgung mit Technologie um örtliche Herausforderungen in Angriff zu nehmen und macht somit einen weiteren Schritt in die digitale Welt hinein. Telenor Health ist der Meinung, dass die mobile Telekommunikation eine wichtige Rolle im Benennen der globalen Gesundheitsprobleme spielen wird. Man nutzt die Technologie um hochqualitative Erstversorgung anbieten zu können.  Sajid Rahman, CEO von Telenor Health, meint, dass, vom sozialen Aspekt aus betrachtet, es Tonics Ziel ist, das Gesundheitswesen in Bangladesh durch die Einführung dieser Technologie zu verbessern. Technologische Neuerungen wie Smartphone Apps und Videokonferenzen werden die Gesundheitsversorgung effektiver und leichter nutzbar machen.

Um die große Vielfalt von Patienten, die Hilfe suchen, bestmöglich betreuen zu können, sind die Ärzte Computern im Telenor Tonic Büro zugeteilt, um sie dabei bestmöglich zu unterstützen. Die Patienten beschreiben ihre Symptome, beantworten die spezifischen Fragen der Ärzte und einige schicken sogar ein Foto ihrer Erkrankung, sodass die Ärzte einen genaueren Blick darauf werfen können. All diese Informationen helfen dem Arzt dabei, die nächsten Schritte in der Versorgung des Patienten einzuleiten. Verschreibungen und Ratschläge werden via SMS direkt an den Patienten geschickt. Dr. Khaled Hasan, klinischer Leiter bei Tonic, hält fest, dass die Ärzte somit rund um die Uhr erreichbar seiein und die Mediziner bei Tonic bereits über 360.000 Konsultationen betreut hätten.

 

 

Einrichtung für Doktoren im Telenor Tonic Büro.

 

Unternehmen mit Sitz in Großbritannien. Es bietet Gesundheitsservice im Abonnement an, das es den Patienten ermöglicht, via Text- oder Videonachrichten ein virtuelles Beratungsgespräch mit dem Arzt oder Fachpersonal zu führen, indem sie Babylons mobile Anwendungen verwenden. Unternehmen wie Telenor Health oder Babylon verändern die Art und Weise, mit der Menschen Zutritt zum Gesundheitswesen erhalten. Moderne Technologien können Millionen von Leuten in Entwicklungsländern und in hochentwickelten Ländern den Zutritt zu hochqualitativer Gesundheitsversorgung ermöglichen.

Routineuntersuchungen für schwangere Frauen in Norwegen schließen medizinsche Checks, das Einschätzen der Entwicklung und der Gesundheit des Ungeborenen sowie der Mutter mit ein. Diese Basismaßnahmen sind für viele werdende Mütter in Entwicklungsländern noch immer ein unerreichbares Luxusgut. Während unserer Zeit in Aylhet, Bangladesh, waren wir in vielen Häusern von zukünftigen Müttern in unterprivilegierten Gegenden zu Gast. Wir kamen mit kleinen Geschenken: einem Moskitonetz, einem Handtuch, Wöchnerinneneinlagen, Folsäure- und Eisentabletten und Chlorhexidinlösung.

 

Die Geschenktasche enthält Utensilien, die die Schwnagerschaft für Mutter und Kind sicherer machen.

 

Die Mütter wurden davon informiert, dass für die Dauer der Schwangerschaft ein Telefonservice verfügbar sei. Durch Verwendung der Technologie und dem Wissen, dass die meisten Familien unabhängig von ihrer finanziellen Situation ein Mobiltelefon besitzen, hilft dieses Telefonservice den Müttern, mit Ärzten in Kontakt zu treten, wenn sie irgendwelche Anliegen haben. Zusätzlich erlaubt es dieses Angebot, werdende Mütter regelmäßig anzurufen, um die Entwicklung des Ungeborenen mitzuversorgen und die Mutter so gut informiert zu hinterlassen. Das hilft und unterstützt eine Menge werdender Mütter, speziell jene, die ihr erstes Kind erwarten.

 

Eine der werdenden Mütter, die wir besuchten (Sylhet, Bangladesh).

 

Einem UN Hygienebericht zufolge, besitzt Indien mehr Telefone als Toiletten. Die ärmsten Familien der Welt haben also eher Zugang zu einem Telefon als zu einer Toilette. Daran kann man sehen, dass Technologie jeden erreicht hat – von den werdenden Müttern in den Dörfern von Bangladesh bis zu den Kindern, die in den Slums in Mumbai herumtoben – jeder ist verbunden.

 

Quellen:

[1] Selfless. (2016). Society's progress relies on individuals that will challenge the status quo. Verfügbar unter: https://www.selfless.org.uk/

[2] Telenor. (2016). Tonic is the New Face of Digital Health Services for Telenor. Verfügbar unter: https://www.telenor.com/tonic-is-the-new-face-of-digital-health-services-for-telenor/

[3] HoFi public.(2016, 19. Juli). Tonic: Telenor's health product for Bangladesh! [videoclip]. Verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=iVtOoLwOipg&t=101s

[4] Babylon. (2018). Bablyon health services. Verfügbar unter: https://www.babylonhealth.com/product

[5] United Nations University. (2010). Greater Access to Cell Phones Than Toilets in India: UN. Verfügbar unter: https://unu.edu/media-relations/releases/greater-access-to-cell-phones-than-toilets-in-india.html